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Als Wissenschaft, Religion und Menschlichkeit unter dem Klang der „Friedensglocke“ in Wien zusammenkamen Von : Hala El-Maghawry, Wien

In einem Moment, in dem kosmische Symbolik auf menschliche Besorgnis trifft, war das Bezirksmuseum Brigittenau in Wien Schauplatz einer besonderen Veranstaltung zum Earth Day im Einklang mit der Frühlings-Tagundnachtgleiche. Es war weit mehr als eine Umweltveranstaltung – vielmehr ein offener Raum für tiefgehende Fragen über die Zukunft der Menschheit und ihre Beziehung zu Frieden, Umwelt und Gerechtigkeit.

Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Museumsdirektor Richard Fels, der betonte, dass die erstmalige Ausrichtung dieses Ereignisses in Brigittenau nach drei Jahrzehnten eine besondere Bedeutung habe. Trotz seines lokalen Charakters sei das Museum zu einem Ort geworden, an dem globale Themen verhandelt werden. Besonders hob er die Friedensglocke hervor, die sich im Museum befindet und aus eingeschmolzenen Waffen gefertigt wurde – ein starkes Symbol für die Fähigkeit des Menschen, Werkzeuge der Zerstörung in Zeichen der Hoffnung zu verwandeln. Damit sei die Glocke nicht nur ein Kunstobjekt, sondern ein lebendiges Sinnbild für Transformation.

In einem kulturell und menschlich geprägten Beitrag verwies Peter Haider auf das bemerkenswerte Zusammentreffen mehrerer globaler Anlässe an diesem Tag, darunter das Eid al-Fitr, Nowruz und der Internationale Tag des Glücks – neben dem Earth Day. Dieses zeitliche Zusammentreffen, so Haider, verdeutliche die Einheit menschlicher Werte, da all diese Anlässe das Leben und den Neubeginn feiern. Fortschritt dürfe daher nicht allein an wirtschaftlichen Kennzahlen gemessen werden, sondern müsse auch Lebensqualität und Glück berücksichtigen.

Franz Nahrada präsentierte eine besonders tiefgehende Perspektive, indem er auf die ideellen Ursprünge des Earth Day zurückblickte. Er betonte, dass diese Initiative nie primär ein institutionelles Projekt gewesen sei, sondern aus individuellem Bewusstsein hervorgegangen sei. Gleichzeitig kritisierte er die übermäßige Abhängigkeit von großen Institutionen und hob hervor, dass echter Wandel nicht aus Machtzentren komme, sondern aus lokalen Gemeinschaften und verantwortungsbewussten Individuen. Sein Konzept der „Globalen Dörfer“ stellte er als alternatives Modell vor, in dem lokales Handeln globale Wirkung entfaltet – als Antwort auf eine zunehmend fragmentierte Welt.

Auch wissenschaftliche Perspektiven fanden Raum in der Veranstaltung. Dabei wurde die Entwicklung von Gewalt in der Natur thematisiert, mit dem Hinweis, dass das Leben ursprünglich auf Gleichgewicht basierte, bevor sich Formen von Konkurrenz und „Aufrüstung“ entwickelten. Entscheidend sei jedoch, dass das Prinzip „Survival of the fittest“ nicht den Stärksten, sondern den Anpassungsfähigsten begünstigt. Als Beispiel wurde der Ameisenbär angeführt, der sein Nahrungsökosystem nicht zerstört, sondern ein Gleichgewicht wahrt – ein Modell nachhaltigen Verhaltens.

In einem weiteren Beitrag wurde Gewalt aus psychologischer und sozialer Perspektive beleuchtet. Dabei wurde die weit verbreitete Annahme hinterfragt, dass die heutige Welt gewalttätiger sei als früher. Historische Analysen zeigen vielmehr einen Rückgang vieler Gewaltformen, auch wenn das subjektive Unsicherheitsgefühl gestiegen ist. Gewalt wurde als Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels biologischer, psychologischer und kultureller Faktoren beschrieben. Besonders eindrücklich war der Vergleich mit Schimpansen, die trotz Konflikten schnell zur Versöhnung finden, während Menschen dazu neigen, Konflikte über lange Zeiträume hinweg fortzuführen und sogar über Generationen weiterzugeben.

Die Veranstaltung erhielt zudem eine persönliche Dimension durch Erfahrungsberichte. So schilderte ein Redner seinen Einsatz gegen industrielle Umweltverschmutzung in jungen Jahren, bei dem eine kleine Bürgerinitiative dazu beitrug, Emissionen erheblich zu reduzieren. Später weitete sich dieses Engagement auf kirchliche Strukturen aus, mit dem Ziel, Umweltfragen stärker in religiöse Diskurse einzubinden – bis hin zu internationalen Debatten und kirchlichen Dokumenten wie „Laudato si“.

In diesem Zusammenhang wurde betont, dass Frieden, Umwelt und Gerechtigkeit untrennbar miteinander verbunden sind. Die vorgestellte Trias aus Gerechtigkeit, Frieden und Verantwortung für die Schöpfung verdeutlicht, dass nachhaltiger Frieden ohne Gerechtigkeit nicht möglich ist. Ungleichheit wurde dabei als zentrale Ursache von Konflikten identifiziert.

Auch die Herausforderungen wurden nicht ausgeblendet. Die Umsetzung gemeinsamer Projekte erweist sich häufig als schwierig, insbesondere aufgrund fehlender finanzieller Ressourcen oder institutioneller Differenzen. Dennoch blieb die zentrale Botschaft bestehen: Wandel ist möglich, wenn er auf individueller Verantwortung basiert und durch gemeinschaftliches Engagement getragen wird.

Ein weiterer bewegender Aspekt der Veranstaltung war die Rolle von Kunst und Musik als Brückenbauer. Es wurde an Projekte erinnert, bei denen Musikerinnen und Musiker aus Konfliktregionen – darunter Palästinenser und Israelis – gemeinsam auftraten, als Ausdruck der Möglichkeit von Dialog und Koexistenz, selbst unter schwierigen politischen Bedingungen.

Den Höhepunkt bildete das gemeinsame Läuten der Friedensglocke. In diesem Moment verdichteten sich die zuvor diskutierten Gedanken zu einem eindrucksvollen Symbol: Was einst für Krieg geschaffen wurde, kann in ein Zeichen des Friedens verwandelt werden. Der Klang der Glocke stand dabei nicht nur für Hoffnung, sondern für die bewusste Entscheidung des Menschen, Gleichgewicht und Verantwortung zu wählen.

So wurde der Earth Day in Wien zu mehr als einem symbolischen Ereignis. Er wurde zu einem Raum des Nachdenkens – nicht nur darüber, was ist, sondern darüber, was möglich wäre, wenn der Mensch den Mut findet, seine Beziehung zu sich selbst, zu anderen und zur Erde neu zu definieren.

خالد حسين

رئيس مجلس إدارة موقع وجريدة أخبار السياسة والطاقة نائب رئيس مجلس إدارة موقع تقارير الأمين العام للجمعية العربية الأوروبية للتنمية المستدامة رئيس لجنة الإعلام بالجمعية المصرية للبيسبول والسوفتبول عضو بالمراسلين الأجانب عضو بالإتحاد الدولى للأدباء والشعراء

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